Overload

Kraftvoll aus der Krise klettern

Es ist Pfingstmontag. Gerade ist die alleinerziehende Anna todmüde mit ihren zwei kleinen blonden Mädchen eingeschlafen. Jetzt ist sie wieder wach. Nur noch kurz eine Sprachnachricht via whatsup, 1:08 Uhr nachts, an ihre Freundin Katharina senden. Anna meldet sich zurück von ihrer 3- Tage-Auszeit in den Bergen.  „Wahnsinn.“ „Es war so schön!“ „Einfach mal 3 Tage ohne Kinder sein und sich nur auf sich selbst zu konzentrieren.“  Eine Zeit weg von Homeschooling, ohne von morgens bis abends unter Dauerbeschallung zu stehen und ohne dass ständig an einem rumgezerrt wird, sprich jemand permanent am Rockzipfel hängt und die Mutter nicht loslassen kann. 

 

Anna ist überladen vom Alltag, von den anstehenden zusätzlichen Aufgaben, der fürsorglichen Kinderbetreuung sowie von den sich über Wochen und Monaten zugespitzenden Kinderängsten ihrer 9jährigen Tochter, das zahlreiche schlaflose Nächte mit sich bringen. Die täglichen Möglichkeiten, sich einen kleinen Ruhepol im Lockdown zu schaffen, enden gegen 0. Anna plagen Unruhe, innerliche Zweifel und das mahnende Gefühl im Hintergrund mit der Frage: „Mache ich das richtig?“

  

Der Punkt ist erreicht an dem Anna im Alltag keine Entspannung mehr finden kann und der Körper ihr ein deutliches Signal nach absoluter Ruhe sendet. Anna will am liebsten ausbrechen und einfach nur für sich sein. Es bleiben nicht einmal 20 Minuten ungestört für sich selbst, ohne dass jemand unangemeldet zur Tür hereinkommt. Anna fühlt sich overload – es ist einfach alles zu viel.

 

Spontan nimmt Annas Schwester die Kinder mit zu den Großeltern. Was bisher als unmöglich erschien wird plötzlich möglich und schafft wieder Raum bei sich selbst anzukommen, runterzukommen und sich wieder mehr auf sich selbst zu besinnen. Anna wird zunehmend ruhiger. Die angestaute Nervosität und der Unmut über die aktuelle Situation, weicht immer mehr der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit. Anna genießt die Zeit mit Freund Jan, endlich zu zweit alleine zu sein und die Zeit – nach langer Pause - wieder mit Freunden in der Sächsischen Schweiz klettern zu gehen. Ein stiller Sport, mitten in der schönsten Natur. Einfach Kraft tanken. Einfach eine Auszeit vom Leben nehmen.

 

Der Ausflug in den Wald hat eine beruhigende und gleichzeitig erdende Wirkung auf Anna. Sie läuft gern barfuß, um jede Unebenheit auf dem Waldboden wahrnehmen zu können. Sie liebt es auf dem Waldboden zu liegen und die Energie zu spüren, die von ihm ausgeht. Sie starrt, auf dem Rücken liegend, hoch in den Himmel, um zu sehen wie sich die Baumwipfel bewegen und fängt an sich auf die kommende Klettertour zu freuen.

 

Sich sportlich verausgaben durch anstrengende Abenteuertouren, schwierige Passagen meistern, dem Wetter trotzen, sich auspowern und dabei schöne Augenblicke genießen. Einfach da sein, wie man gerade ist. Es sind die extremen Wechsel, die Anna als belebend und erfrischend erlebt, im Gegensatz zum oft monotonen Alltag. Die Mischung macht´s! Eine Mischung aus Gegensätzen in der freien Natur. Am Gipfel angekommen, ist es letztendlich die Auseinandersetzung mit sich selbst. Was kann ich? Was traue ich mir zu? Wie bin ich heute hier?

 

„Es ist nicht der Berg, den wir bezwingen – wir bezwingen uns selbst“. Edmund Hillary

 

Beim Klettern muss Anna komplett abschalten. Da gibt es nur sie am Felsen, kein nach rechts und links blicken. Sie denkt nicht darüber nach, dass sie vergessen hat, die Spielmaschine auszuräumen oder sie der Arbeitskollege vor kurzem noch geärgert hat oder sonst irgendetwas… In dem Moment wo man klettert ist man voll da! Keine Zeit sich mit irgendetwas anderem zu beschäftigen. Der Geist fährt komplett herunter. Kein Gedankenkarussell - nur dieser Moment. Die Konzentration liegt nur bei sich selbst. Ganz im Hier und Jetzt sein, sich auf jeden Zug konzentrieren. Es ist die kraftvolle Komponente, über sich selbst hinauszuwachsen. Bis an die Schwierigkeit und an das eigene Limit zu gehen und es trotzdem zu schaffen, um am Ende ein berauschendes und großartiges Körpergefühl zu erleben. Das heißt absolut im Moment präsent zu sein und jede Faser des eigenen Körpers zu spüren. In sich selbst hineinfühlen, um zu schauen, wie weit man kommen kann. Schritt für Schritt weitergehen und immer wieder neue Schwierigkeiten meistern. Der Berg entpuppt sich als weiser Lehrmeister.

 

Anna hat ihre freien Tage effektiv genutzt. Sie fühlt sich wieder ruhig und fit, hat viel geschlafen und hat alle ihre Aufgaben in ihrem eigenen Tempo und ganz in Ruhe umsetzen können.  Ihr persönliches Resümee: Rückblickend war es wichtig, die aktuelle Situation im Familienkreis, unter Eltern oder im Umfeld auszusprechen, anstatt die immense Überforderung ständig zu überspielen und es mit einem „Das geht schon so…“ abzutun bzw. alles mit sich selbst ausmachen zu wollen. Den Status quo ganz offen mitzuteilen: „Ich schaff das jetzt nicht.“ „Die Grenze ist erreicht.“ „Ich stehe unter Strom!“

 

In der Zwischenzeit haben Kindergärten und Schulen wieder geöffnet. Anna spürt wieder Luft und kann mit frischer Kraft und aufrechtem Gang den kommenden Anforderungen, bestehend aus Wechselunterricht für die Kinder und ihrer beruflichen Selbstständigkeit, besser entgegen treten. Es wird Zeit, das in Zukunft vieles etwas ruhiger wird und dass es nicht noch einmal zu so einem Zustand kommen kann – einfach overload zu sein. Die Lösung ist manchmal einfacher als gedacht, Frau muss sie nur finden!

 

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