Selbstsabotage adé

Authentisch im Bewerbungsgespräch

Die Aufregung kam schon bei der ersten Frage: "Stellen Sie sich gern einmal vor."… In diesem Moment ist das Bewerbungsgespräch für Martina beendet. Sie wirkt sehr unsicher und wie so oft unsortiert. Der Personaler sieht ihr die Anspannung deutlich an. Die Gedanken in Martinas Kopf - vor jedem Bewerbungsgespräch - bewahrheiten sich: „Ich brauche hier nicht vorsprechen, ich bekomme den Job eh nicht". "Ich sehe so unsympathisch aus, ich muss versuchen mehr zu lächeln".“ Das Dilemma nimmt in über 20 Vorstellungsgesprächen seinen Lauf. Nach jedem Bewerbungsgespräch bekommt Martina eine Absage. Mit jeder Ablehnung rutscht Martinas Selbstbewusstsein in den Keller. Das Arbeitslosengeld neigt sich dem Ende. Existenzbedrohend steht ihr in diesem Monat der Hartz 4–Satz in Aussicht. Die Formulare des Amtes liegen bereits auf ihrem Schreibtisch. Martina hat Stress. Sie plagen Versagensängste, Druck und eine dicke Blockade. Egal was ihr das eigene Umfeld wohlwollend rät, sie kann es einfach nicht annehmen. Woher sollen die anderen denn wissen, wie Frau sich in so einer Situation gerade fühlt? Ihre Bewerbungsunterlagen, ihre Ausbildung und der Werdegang kommen gut in Unternehmen an. Das Vorstellungsgespräch hingegen, ereignet sich jedes Mal als erneuter Alptraum. Resignation, Hoffnungslosigkeit mischen sich mit zunehmenden Ohnmachtsgefühlen und Horrorszenarien im Kopf. Immer wieder reihen sich negative Erfahrungen aneinander und die Zuversicht sowie die Aussicht auf einen neuen Job fallen ins bodenlose. Martina ist kurz vor dem Aufgeben. Dabei hat sie ihre letzte Stelle selbst aufgekündigt. Mutig ist sie aus einer Situation und einem Unternehmen herausgegangen, das in vielerlei Weise menschlich und beruflich nicht mehr vertretbar war. Seit einem Jahr schreibt Martina Bewerbungen, verschickt Arbeitsproben und absolviert Vorstellungsgespräche. Seit einem Jahr kassiert Sie eine Absage nach der anderen.

 

Seit einem Jahr dasselbe Spiel. Martina dreht sich im Kreis und fühlt sich in die Rolle einer Bittstellerin oder einer Praktikantin gedrängt. Sie selbst bezeichnet sich als Härtefall. Wo ist ihr Mut geblieben? Sie ist drauf und dran an dieser Situation zu verzweifeln.

 

„Mut ist wie ein Regenschirm. Wenn man ihn am dringendsten braucht, fehlt er einem.“ Fernandel

 

Genauso fühlt sich Martina. Im Regen stehen gelassen und der Bus fährt ihr jedes Mal vor der Nase davon. Jetzt heißt es der Wahrheit ins Gesicht zu blicken und in den Spiegel der Erkenntnis zu schauen. Martina ist zu kritisch mit sich selbst. Die eigene Anspruchshaltung an sich und ihre Perfektion sind hoch. Sie sieht sich als ein Produkt, dass sie verkaufen muss, um gut anzukommen. Ihr größter Peiniger ist sie dabei selbst, indem wie sie über sich denkt und spricht. Der innere Skeptiker in ihrem Kopf ist immer präsent, lässt keinen positiven Gedanken zu und kommt nie zur Ruhe. Gedanken lenken. In diesem Fall in eine fortschreitende Abwärtsspirale. Zu oft glauben wir das was wir über uns denken. Martina hat vergessen, wer sie ist und was sie gut kann und vor allem sich so zu zeigen, wie sie wirklich ist. Nach einer kurzen, intensiven und konfrontativen Kurskorrektur, verbannt Martina ihre schlechten und belastenden Gedanken in einem goldenen Tresor, unsichtbar versteckt im angrenzenden Wohnzimmer.  Martina hat ihre aktuelle Situation akzeptiert. Selbst mit Hartz 4 hat sie ein stabiles Umfeld, Freunde, Essen und ein Dach über dem Kopf und einen tollen Mann an ihrer Seite. Der geplante und erwartete Weltuntergang wird nicht eintreffen. Sie gibt es auf zu erwarten, jemals eine neue Stelle zu bekommen und dann geschieht das kleine Wunder.

 

Im nächsten Vorstellungsgespräch läuft alles anders. Das Unternehmen präsentiert sich zuerst. Die Atmosphäre ist wertschätzend und auf Augenhöhe. Eine Personalerin ist anwesend, die ihre Arbeit als Berufung empfindet und auf Grund ihrer Erfahrung hinter die Aufregung und die Fassade der Bewerber blicken und den wirklichen Menschen dahinter erkennen kann. Das ganze Team ist samt Chef online anwesend und der Bewerbungsprozess findet in einem Termin, anstatt in den üblichen drei bis vier separaten Instanzen statt. Ein gutes Bauchgefühl schwingt auf beiden Seiten mit. Einen Tag später erhält Martina den Job! Nach einem Jahr „Kampf“ endlich die ersehnte Zusage als Creative Director und die passenden vertraglichen Rahmenbedingungen. Auf Martina warten eine intensive Einarbeitung, nette Kollegen und das Gehalt sind ebenfalls nach Martinas Vorstellungen. Diesmal hat sich getraut, ihren eigenen Rahmen zu sprengen und diesmal fühlt sich alles richtig an.

 

„Ich bin ich. Alles andere ist mir zu anstrengend.“ Ernst Ferstl

 

Martina strahlt: „Was mir vor allem geholfen hat war, mich daran zu erinnern, dass ich ich selbst sein kann.“ „Zudem habe ich mir bewusst gemacht, dass ich immer wieder eine neue Chance bekomme, es besser zu machen.“ Eine Portion Glück war auch dabei, dass sich gerade in diesem Moment die passende Bewerberin und das entsprechende Unternehmen gefunden haben. Und das Ende der Geschichte. Martina bekommt innerhalb einer kurzen Zeit erneut drei weitere Einladungen zu Vorstellungsgesprächen und eine weitere Zusage. Es ist immer gut Plan B in der Tasche zu haben und die Gewissheit, dass Frau, wenn sie fällt, sich mit eigener Stärke selbst aus dem Dilemma befreien und raushelfen kann. Den schweren Mantel mit der aufgestauten Last kann sie endlich ablegen, damit das was darunter ist, wieder da sein kann. 

 

Rückblickend war es das schlimmste Jahr in Martinas Leben und auch ein Lichtblick, dass es manchmal so kommt, wie es kommen muss. Das es manchmal 30 Versuche braucht, dieses eine besondere Unternehmen zu finden, dabei nicht zu resignieren und das am Ende – ähnlich wie in der Partnerwahl – nach einigen Enttäuschungen und Fehlschlägen, etwas noch Besseres kommt …

  

Die eigene innere Stärke wiederfinden, dem eigenen Bauchgefühl vertrauen und im Vorstellungsgespräch authentisch punkten. Nimm eine abbiegende Hauptstraße. Los geht’s! 

 

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